Müllkippe Meer

Mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfälle gelangen jedes Jahr in die Ozeane. Gerade Plastikmüll wird dabei zu einer immer größeren Gefahr für die faszinierende Tierwelt. Doch nicht nur die Meere sind belastet. Auch unsere Flüsse sind betroffen und transportieren Tausende Tonnen Müll in Richtung Ozean, und selbst kleine Teiche und Seen werden oft als Müllkippen missbraucht.

 Bild: MEER-e.V., F. Ritter
Bild: MEER-e.V., F. Ritter

Verwechslungsgefahr

Viele Tiere verwechseln Plastikmüll mit ihrer natürlichen Nahrung. Meeresschildkröten fressen Plastiktüten, weil sie diese für Quallen halten. Seevögel fressen und verfüttern Spielzeug oder Feuerzeuge und verenden grausam daran. Und verlorengegangene Fischnetze, sogenannte Geisternetze treiben jahrzehntelang im Meer und fordern Tausende Opfer unter Fischen, Seevögeln oder Delfinen. Solche Meldungen erreichen uns inzwischen täglich.

 

Plastik ist lange haltbar

Abfälle im Meer beschäftigen Politik und Wissenschaft schon seit Jahrzehnten. Doch weder Gesetze noch gesellschaftliche Initiativen konnten den Müllstrom bisher stoppen. Und heute gibt es weltweit kaum eine Region, weder in der Arktis noch im riesigen Pazifik, in der wir nicht auf die tödlichen Überresten unserer Wegwerfgesellschaft treffen. Das liegt insbesondere an der langen Haltbarkeit von bis zu 450 Jahren. Nur langsam wird Plastik durch Salzwasser, Sonne und Reibung in immer kleinere Teile zersetzt, wodurch auch die giftigen Inhaltsstoffe wie Bisphenol A und Weichmacher freigesetzt werden und das Erbgut und den Hormonhaushalt der Meerestiere schädigen können. Als Mikroplastik bezeichnen wir Teile kleiner als fünf Millimeter. Hydrografische Wirbel konzentrieren die Abfälle in riesigen Müllstrudeln. der bekannteste Vertreter, der „Global Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik hat inzwischen die Größe Mitteleuropas erreicht. Was wir sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs: Bis zu 70 Prozent der Abfälle liegen auf dem Meeresgrund.

Bild: Wolf Wichmann

Mehr Informationen zu den ökologischen aber auch wirtschaftlichen Auswirkungen der Abfälle im Meere unter www.meere-ohne-plastik.de

 


Bild: Wolf Wichmann